Die Handschrift hat im schulischen Alltag an der Kantonsschule Ausserschwyz in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren. Ob wir uns Dinge besser merken können, wenn wir sie von Hand aufschreiben, ist umstritten. Während die Studie von Mueller und Oppenheimer von der Uni Princeton im Jahr 2014 darlegte, dass man sich handschriftlich Notiertes besser merken könne als Getipptes, zeigten, konnten Wiederholungsstudien die Befunde in dieser Deutlichkeit nicht bestätigen.

Inzwischen weiss man, dass die Strategie und nicht das Medium den Lerneffekt begünstigen. Wichtig ist besonders, dass man sich beim Lernen nicht ablenken lässt. Reizüberflutung und Tempo sind aber generell besondere Herausforderungen unserer Zeit. Handschriftliche und digitale Kompetenzen sind jedoch gleichermassen wichtig. Während man in den ersten Schuljahren das Schreiben mit Blei- und Farbstiften erlernt, gewinnen digitale Kompetenzen in den weiterführenden Schulen immer grössere Bedeutung. „Bring your own device“ prägt seit einigen Jahren unsere Schulkultur. Die rasend schnelle Entwicklung der KI-Tools befeuert diese Entwicklung zusätzlich.

Zu Trends kann man aber auch immer wieder Kontrapunkte setzen: Die FM1 hat am Klassentag das Kloster Einsiedeln besucht und sich im Schreiben mit Feder und Tinte geübt – Handlettering im Mittelalterstil. Im Skriptorium herrschte konzentrierte, fast andächtige Stille.

Die Schüler*innen lernten, was blaumachen ursprünglich bedeutete. Das hatte nichts mit dem Schuleschwänzen, sondern mit der Herstellung blauer Farbe für die kunstvoll ausgestatteten Bibeln zu tun. Während die Mönche während dieser Zeit nicht ihrer normalen Arbeit nachgehen konnten, widmeten sich die Schüler*innen heute dem Schreiben. Nur die Sitzordnung erinnerte an langweilige Schulstunden.

Disziplinarische Probleme gab es auch nicht. Der gestrenge Klosterbruder schaute nach dem Rechten, zeigte sich zum Schluss aber auch nahbar.

Die Klasse hinterliess auch schriftlich einen guten Eindruck.

Zuvor besuchte die Klasse die Stiftsbibliothek. Frau Baumann führte in die Geheimnisse der klösterlichen Buchkunst ein. Trotz sehr verständlichen Erklärungen blieb einiges ein Buch mit … zwei Siegeln.

Ein letzter Blick zurück. Am Nachmittag nahmen die Schüler*innen die Fährte der Mönche auf und absolvierten den Monks‘ Trail, wobei einige Schülerinnen zum Schluss behaupteten, sie seien eingesperrt worden…

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