Standardisierte Textinterpretationen, wie sie im schulischen Alltag oft geschrieben werden, lassen sich heute spielend leicht erstellen, ohne dass der Text gelesen worden ist oder gar eine vertiefte Beschäftigung stattgefunden hat. Deshalb hat die KS4 im vergangenen Semester nicht nur Texte gelesen, sondern auch mit ihnen gespielt und nach neuen Darstellungs- und Deutungsformen gesucht. Entstanden sind sehr unterschiedliche Hör- und Lesestücke, welche nicht nur von den Texten, sondern auch von den Lesenden handeln. Lesen heisst ja auch immer, sich selber lesen, sich im Gelesenen spiegeln und erkennen. Der folgende Text ist eine Art Leitmetapher für die folgenden Projekte. Klicke auf das Bild und erkenne (dich) selbst!

Auch wenn die Schüler*innen nicht von Pythias und ihren Dämpfen, sondern von Patrick Fischer angeleitet wurden und die Produkte nicht in einem schummrigen, mit einer Kifferhöhle vergleichbaren Tempel, sondern im Zimmer 354 und den benachbarten Gruppenräumen des dritten Stocks des Neubaus der Kantonsschule Ausserschwyz entstanden, sind viele Ergebnisse wirklich berauschend.
Leonie, Claire und Anna haben Hermann Hesses Siddhartha als Anleitung zum Selbstversuch gelesen. Wie es ihnen dabei ergangen ist, könnt ihr hier nachhören.
Lina und Olivia haben Siddharthas Weg der Erkennis in einer digitalen Lernlandschaft digitalen Lernlandschaft nachgezeichnet und laden zum Meditieren ein.
Aline ist Eiskunstläuferin, führt Siddhartha aufs Glatteis und unterhält sich mit ihm über Perfektion, Scheitern und Selbstfindung.
Wir haben uns in diesem Semester aber nicht nur mit Selbstfindung, sondern auch mit Flucht auseinandergesetzt. Daniel Kehlmanns Theaterstück „Reise der Verlorenen“ erzählt von der Irrfahrt jüdischer Emigranten zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Nachdem sie in Kuba und den USA vergeblich Zuflucht vor dem Naziregime gesucht hatten, kehrten sie unverrichteter Dinge nach Europa zurück – eine Ankunft mit ungewissem, zumeist verhängnisvollem Ende.
Aurelia und Selina erstellten ein Logbuch der Reise und entwarfen ein Quiz , bei welchem man von allem Anfang an keine Chance hat.
Jarno und Jason produzierten eine Präsentation, welche verschiedene Protagonisten des Stücks Gehör verschafft und eine eigene Interpretation anbietet.
Schliesslich ging es in diesem Semester nicht nur um das Wasser des Ganges und eine Seereise mit unglücklichem Ende, sondern mit Blick auf die Sommerferien auch um Touristenströme. Jakob Wiedmer war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Hoteldirektor in Wengen. In seinem Roman „Flut„, welcher kürzlich wieder aufgelegt wurde, thematisiert er den Wandel eines abgelegenen Bergdorfs in einem mondänen Touristenhotspot und zeigt, wie sich Täler und Menschen verändern.
Angelo und Bruno haben ein Webspecial erstellt, in welchem sie die Entwicklung des fiktiven Dorfs Stägen mit dem Wandel Andermatts vom Militärdorf zum Luxusresort vergleichen. Weiter zu Sprache kommen Parallelen zu Thailand, wo Angelo familiäre Wurzeln hat, und dem Massenphänomen Sport,
Auch Lio und Jan haben diesen Roman gelesen. In ihrem Podcast tauschen sie sich darüber aus, wie es ihnen beim Lesen ergangen ist.
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