Der Übergang von der Sekundarschule an die Kantonsschule stellt viele Erstklässler*innen vor grössere Herausforderungen. Neue Kolleg*innen, neue Lehrpersonen, neue Räume und vor allem neue Fächer. Mit einem Pilotprojekt versucht nun die Kantonsschule Ausserschwyz, den Schüler*innen der ersten FMS-Klasse Lern- und Motivationsstrategien zu vermitteln, welche helfen sollen, den ungewohnten Schulalltag und die grösseren Stoffmengen zu bewältigen, ohne dabei die Freude am Lernen zu verlieren. Die Klassenlehrerin der FM1, Sarah Ravaioli, erläutert und demonstriert die Tipps und Tricks. Patrick Fischer kommentiert die Lernjournale und versucht, mit den Schüler*innen über das Lernen an der Kantonsschule ins Gespräch zu kommen. Im Fach Kommunikation bei Stefanie Vogt haben die Schüler*innen Legevideos zu einzelnen Strategien erstellt. Damit haben sie das während der Klassenstunde Gelernte reflektiert und kreativ dargestellt.

    Seraina gibt Tipps zum positiven Umgang mit Erfolgen und Misserfolgen.

    Arina und Carla zeigen, wie man verhindert, beim Lernen keinen Plan zu haben.

    Christina und Ladina zeigen Emma, wie sie ihren Arbeitsplatz einrichten soll.

    Adriana und Solveig erklären, wie man sich zum Erfolg denken kann.

    Blerora und Fanny zeigen, warum Selbstbelohnung gegen Aufschieberitis hilft.

    Nicole und Mia haben sich mit Motivationsstrategien beschäftigt.

    Linda und Livia erklären, wie Lerngemeinschaften gelingen können.

    Lisa und Lynn demonstrieren, wie man im Internet brauchbare Informationen findet.

    Léonie und Severin geben Anleitungen zum positiven Mindset.

    Sechs Gruppen der Klasse S4f haben Berlinromane gelesen und einander in Pfäffikon vorgestellt. Auf der Bildungsreise nach Berlin im September 2024 haben sie Schauplätze der Romane aufgesucht und mit dem Handy die Probe aufs Exempel gemacht:

    • Wie sieht´s eigentlich heute da aus, wo Romanfiguren sich einst geliebt und gestritten, wo sie gekämpft und gekellnert haben?
    • Haben wir uns beim Lesen die Schauplätze so vorgestellt, wie sie (heute) aussehen?

    Verändert der eigene Blick die Sicht auf den Roman?

    Lorenz Just: Am Rand der Dächer, erschienen 2020

    Das Ex-Ostberliner Kiez zwischen Torstrasse und Oranienburger Strasse ist in der Nachwendezeit für die beiden Jungs Andrej und Simon ein einziger Abenteuerspielplatz und Selbstbedienungsladen. Zwischen Hausbesetzerszene und Gentrifizierung lockt aus ihrer Vogelperspektive the american way of life die Halbwüchsigen. Wie versifft oder wie schick sieht ´s denn da heute aus?

    Deniz Utlu: Die Ungehaltenen, erschienen 2015

    Elyas schiebt eine Depression. Sein türkisch-deutscher Migrationshintergrund droht den Secondo im Alkohol zu ersäufen: Was soll er hier in Kreuzberg? Wer ist er eigentlich? In seinem Blues trifft er auf die Ärztin Aylin, ebenfalls türkisch-deutsche Seconda …

    Ist die Oranienstrasse so stürmisch und chaotisch, wie Elyas sie erlebt?

    Sven Regener: Herr Lehmann, erschienen 2007

    Herr Lehmann weicht in Kreuzberger Kneipen dem Leben aus. Auch die Köchin Katrin vermag ihm keinen Lebensinhalt zu verschaffen. (Was ist das überhaupt: ein Lebens-Inhalt?) Doch nun brechen 1989 nacheinander sein Freund Karl und die Mauer zusammen. Die Spurensuche führt in das verwandelte Biotop Kreuzberg SO36.

    Behzad Karim Khani: Hund, Wolf Schakal, erschienen 2022

    Saam – iranischer Flüchtlingsjunge – freundet sich in Neukölln mit dem libanesischen Schulkollegen Heydar an und landet hart in dessen kriminellem Clan. Das fordert seinen Tribut.

    Ein Augenschein im multikulturellen Neukölln zeigt, wo Saam in den 1980er/90er Jahren unfreiwillig seine Schlägerkarriere begann.

    Uwe Timm: Johannisnacht, erschienen 1996.

    Der Ich-Erzähler wird in der Nachwendezeit in eine aberwitzige Folge von Abenteuern mit schrägsten Berliner Figuren verwickelt – dabei ist er bloss auf der Suche nach dem Geschmackskatalog der Kartoffel. Und all dies, während Christo den Reichstag verhüllt. Hüllenlose Grüsse erreichen uns vom heutigen Reichstagsgebäude.

    Uwe Johnson: Zwei Ansichten, erschienen 1965

    Der Bau der Berliner Mauer trennt 1961 ein frisch gebackenes Liebespaar: Kann er ihr helfen, in den Westen «rüberzumachen»? Will sie überhaupt alle Zelte abbrechen? Am Ostbahnhof entscheidet sich ihr Schicksal. Wie fühlt es sich mehr als ein halbes Jahrhundert später an, durch die Gänge und über die Perrons dieses Schicksalsortes zu schreiten?

    Jenny Erpenbeck: Kairos, erschienen 2021

    Katrin (19) und Hans (53) sind im Ostberlin der Vor- und Nachwendezeit ein ungleiches, aber auch systemkonformes Liebespaar. Die naive Studentin ist dem toxischen Schreiberling hoffnungslos hörig. Mauerfall? – in diesen Kreisen eine periphere Lokalnachricht.

    Zwischen Alexanderplatz und dem ehemaligen Ungarischen Kulturzentrum an der Karl-Liebknecht-Strasse nahm die fatale Amour fou 1986 ihren Lauf… Schauen wir uns das mal an.

    Am Nachmittag des FMS-Tags fanden die Präsentationen der Fachmaturaarbeiten statt. Die Schüler*innen der Klassen FM1, FM2 und FM3 besuchten in jahrgangsdurchmischten Teams die Vorträge, stellten die höchst unterschiedlichen Unterrichtsprojekte vor, fragten nach und fotografierten.

    Vanessa Studer: Spielen für die Zukunft – Wie der Sportunterricht die Entwicklung unterstützt

    Vanessa Studer hat ihre Fachmaturaarbeit zum Thema «Spiele im Sportunterricht der Primarstufe» verfasst. In ihrer Facharbeit hatte Vanessa eine Spielesammlung zusammengestellt, welche Lehrpersonen helfen sollte, ihren Unterricht spielerisch zu gestalten. Dabei ging sie der Frage nach, welchen Einfluss Spiele im Sportunterricht auf die Entwicklung der Kinder haben. Durch Umfragen, die sie an ihre Testpersonen schickte, konnte sie ihre Spielesammlung in verschiedenen Aspekten verbessern. So wurden z.B. das Layout, die Erklärungen verändert und auf Wunsch der Testpersonen auch die Altersempfehlungen der Spiele miteinbezogen. 

    Vanessa gab ihre Spielesammlung 2.0 drei Lehrpersonen, die in den verschiedenen Klassenstufen unterrichten, und fünf Jugendleiter*innen. Diese überprüften, welches Spiel für welches Niveau geeignet ist, und gaben ein entsprechendes Feedback. Aus diesen Rückmeldungen konnte Vanessa dann ein Altersempfehlungsdiagramm erstellen, das sie unterschiedlich eingefärbt hat. So können die Lehrer*innen direkt sehen, ob dieses Spiel für ihre Klasse geeignet ist oder nicht. Natürlich kommt es immer auf die Klasse an und der Balken ist nur eine Empfehlung. Der Schulsport bietet die ideale Möglichkeit, verschiedene Sportarten auszuprobieren. Mit dieser Spielesammlung können Lehrpersonen oder Jugendleiter*innen die Sportlektion interessant und abwechslungsreich gestalten. 

    Zentrale Erkenntnisse waren, dass Spiele im Sportunterricht wichtig sind für die körperliche, aber auch für die soziale Entwicklung der Kinder. Ihre Arbeit wurde von vielen Verantwortlichen in ihrem Turnverein geschätzt und wird nun von ihnen für die Unterrichtsgestaltung genutzt. 

    Sophia Diez: Wie können Kinder besser miteinander umgehen?

    Das Thema des Vortrags lautete: «Fördert Kinderliteratur Sozialkompetenzen und Empathie bei Primarschulkindern?» Dabei wurde untersucht, wie Kinder durch Kinderbücher wie «Irgendwie Anders» soziale Fähigkeiten entwickeln können. Grundlage bildete die Theorie des Modelllernens nach Bandura, bei der Kinder durch Erfahrungen und Vorbilder lernen. Die Referentin plante eine Unterrichtseinheit für eine Klasse von Primarschülern im Alter von etwa neun Jahren, mit neun Mädchen und neun Jungen. Ziel war, soziale Kompetenzen und Empathie zu fördern.   

    Die Unterrichtseinheit folgte dem AVIVA-Modell: Ankommen, Vorwissen aktivieren, informieren, verarbeiten, auswerten. Zunächst äusserten die Kinder Vermutungen über den Inhalt des Buchs. Anschliessend wurde durch Vorlesen, gezielte Fragen und Visualisierungshilfen das Verständnis vertieft. Die Kinder konnten sich in die Figuren hineinversetzen und notierten auf Zetteln, wie sie reagieren würden, wenn jemand ausgegrenzt wird. Beispiele und Reflexionen halfen, Missverständnisse zu vermeiden. 

    Die Kinder zeigten Fortschritte beim Akzeptieren von Unterschieden und entwickelten Strategien, wie sie in Ausgrenzungssituationen handeln könnten.  Die Leitfrage wurde erfolgreich beantwortet: Kinderliteratur kann Sozialkompetenzen und Empathie fördern. Die Ergebnisse zeigten eine deutliche Verbesserung der Empathiefähigkeit bei den Schülerinnen und Schülern (von 10 auf 16 Punkten). Außerdem gab es kaum Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen, was verdeutlicht, dass Lernen ein individueller Prozess ist.   

    Laura Felchlin: Psychologische Einblicke durch kreatives Schreiben von Märchen in einer Primarschulklasse

    Laura Felchlin hat sich in ihrer Fachmaturaarbeit mit dem Thema Psychologische Einblicke durch kreatives Schreiben von Märchen in einer Primarschulklasse. beschäftigt Dabei untersuchte sie, wie kreative Schreibprozesse nicht nur die Schreibkompetenzen von Kindern fördern, sondern auch deren psychologische und emotionale Entwicklung unterstützen können. 

    Laura unterrichtete eine Doppelstunde Deutsch in einer dritten Primarschulklasse und setzte die Scaffolding-Methode ein, eine Strategie, die den Schreibprozess durch gezielte Hilfestellungen wie Satzanfänge, Wortlisten und visuelle Anregungen erleichtert. Die Schüler*innen hatten die Aufgabe, eigene Märchen zu verfassen, wobei sie durch die Strukturierungshilfen motiviert und gleichzeitig in ihrer Kreativität gefördert wurden. 

    Besonderes Augenmerk lag darauf, durch die geschriebenen Märchen Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der Kinder zu erhalten. Märchen, als symbolische und kreative Textform, boten den Schüler*innen die Möglichkeit, persönliche Erfahrungen und Emotionen in verschlüsselter Form auszudrücken. Die Methode ermöglichte es der Lehrperson, einerseits das Schreibvermögen der Kinder zu fördern und andererseits Erkenntnisse über die Bedürfnisse und Perspektiven zu gewinnen. 

    Alina Arnold/Zoe Timo: Kamishibai im Unterricht

    Alina Arnold und Zoe Alessia Timo stellten ihr selbst gebautes Kamishibai vor. Bereits in ihrer Facharbeit hatten sie eine Geschichte für dieses Medium entwickelt. In ihrer Arbeit gingen sie der Frage nach, ob praktische oder theoretische Unterrichtsmethoden besser geeignet sind. Sie führten Unterrichtseinheiten in allen drei Zyklen des Lehrplans 21 durch und gestalteten jeweils eine Doppellektion in der 2., 4. und 6. Klasse zum Thema «Kleiderproduktion». Zoe übernahm den theoretischen Teil, während Alina den Fokus auf den praktischen Teil legte.  

    Sie recherchierten zunächst, wie man eine gute Unterrichtsplanung erstellt, und setzten sich intensiv mit dem Lehrplan 21 auseinander. Eine Lehrperson unterstützte sie bei der Planung, insbesondere dabei, das Niveau der Klassen angemessen zu berücksichtigen.

    Bei der Unterrichtsdurchführung stellten sie fest, dass die Kinder ohne den Einsatz des Kamishibai leicht abgelenkt waren und im Raum herumschauten. Daher teilten sie die Klasse auf: Die eine Hälfte erarbeitete den Inhalt praktisch, während die andere ihn theoretisch erlernte. Am Ende jeder Unterrichtseinheit führten sie mit den Schüler:innen einen Wissenstest durch. Die Ergebnisse zeigten, dass es keine großen Leistungsunterschiede zwischen theoretischem und praktischem Unterricht gab.  

    Aus ihren Erfahrungen zogen sie die Erkenntnis, dass eine Kombination aus theoretischem und praktischem Unterricht für beide Seiten, Lehrpersonen und Schüler:innen , spannend und gewinnbringend sein kann. Auch das Kamishibai erwies sich als hilfreiches Werkzeug, das sie in ihrem späteren Unterricht einsetzen möchten. 

    Zu Beginn ihrer Präsentation luden sie das Publikum ein, noch einmal in die Welt der 2. Klasse einzutauchen. Bewegungspausen und ein abschließendes Lied lockerten die Präsentation zusätzlich auf. Sie können sehr stolz auf ihre Leistung sein. 

    Romy Thöne: Zuhause durch Kinderaugen – Ein Unterrichtsprojekt zum Heimatgefühl

    Romy Thöne stellte in ihrer Präsentation die Frage: Was bedeutet das Zuhause für Schüler*innen zwischen 6 und 7 Jahren? Das Projekt wurde an einer Primarschule durchgeführt und fokussierte sich auf den Heimatbegriff. Es wäre wichtig, dass die Schüler*innen über ihre eigenen Erfahrungen sprechen und lernen, unterschiedliche Lebensweisen zu erkennen und zu beschreiben. 

    Der Unterricht orientierte sich am Lehrplan 21, der als zu detailliert und umfangreich kritisiert wurde. Im Mittelpunkt stand die Definition von gutem Unterricht: spannend, abwechslungsreich und für die Kinder verständlich. Ziel war, dass die Schüler*innen am Ende der Einheit verschiedene Lebensweisen benennen und mit ihrem eigenen Zuhause vergleichen können. Die Schülerin nutzte das AVIVA-Modell (Ankommen, Vorwissen aktivieren, Informieren, Verarbeiten, Abschliessen), um den Unterricht zu strukturieren. Sie begann mit einer Vorstellungsrunde und erstellte eine Mindmap, um Neugier zu wecken. Einige Seiten aus einem Buch wurden vorgelesen und anschließend zeichneten die Kinder ihr eigenes Zuhause und ein Traumhaus. Zum Abschluss präsentierten sie ihre Zeichnungen im Sitzkreis. 

    Romy sagte, dass es spannend sei, die Welt durch die Augen der Kinder zu sehen. Sie war überrascht, wie viel Einfluss Lehrer auf Kinder haben. Die Planungsphase empfand sie zunächst als sehr überwältigend, doch am Ende machte die Durchführung viel Freude. Die Planung des Unterrichts hatte mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant. 

    Noémie Wynistorf: Das Alte Ägypten – eine besondere Hochkultur. Erstellung und Anwendung des Ergänzungslehrmittels

    Noémi Wynistorf hat sich in ihrer Fachmaturaarbeit mit der Frage beschäftigt, ob in einer 5. und 6. Klasse alle gleich gut arbeiten oder ob es Unterschiede zwischen den Niveaus gibt. Sie besuchte eine 5. und 6. Klasse in Feusisberg und unterrichtete dort das Ergänzungsfach «Altes Ägypten und eine besondere Hochkultur» und verglich die Arbeitsweise sowie das Tempo der beiden Niveaus. Bei der Planung orientierte sie sich am Lehrplan 21 und teilte die Lektionen genau ein.

    Ihre zwei Fragestellungen waren:

    – Inwieweit sind die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse in der Lage, das Zusatzmaterial zu verstehen und die Arbeitsblätter selbständig zu lösen?

    – Lassen sich Niveauunterschiede zwischen den beiden Klassenstufen bei der Bearbeitung des Ergänzungsmaterials feststellen?

    Noémi hat in ihrer Präsentation genau erklärt, wie sie die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Ergänzungslehrmittel vertraut gemacht hat. Sie stellte einen Unterrichtsplan auf und hielt sich strikt daran. Sie begleitete die Schüler bei der Bearbeitung des Ergänzungslehrmittels. Die Schüler zeigten Freude an ihrem Lehrmittel und konnten die meisten Aufgaben lösen.

    Noémie Wynistorf kam zum Schluss, dass ihr Ergänzungslehrmittel gut geeignet ist. Dies zeigte sich sowohl in der Motivation der Kinder als auch in den positiven Rückmeldungen der Lehrperson. Obwohl das Lehrmittel noch nicht fehlerfrei ist und an einigen Stellen Optimierungspotenzial besteht, kann es bereits überzeugen. Im Rahmen ihrer Fachmaturaarbeit konnte Noémie nicht nur ihr Fachwissen erweitern, sondern auch wertvolle Erfahrungen sammeln, die sie in ihrer zukünftigen Berufswahl bestärkt haben.

    Anna Hofmann: Die Beeinflussung von Gestik und Mimik

    In ihrer Fachmaturitätspräsentation hat sich Anna Hofmann es mit der Emotionale Intelligenz beschäftigt, auch EQ genannt. Sie stellt die Frage, ob szenische Interpretationen die Emotionale Intelligenz fördern. Dies wollte Anna anhand der theoretischen Grundlagen der Wahrnehmung, Reflexion und Regulation herausfinden. Unter Emotionaler Intelligenz versteht man das Wahrnehmen, Verstehen und Steuern der eigenen Gefühle.  

    Anna unterrichtete eine 6. Klasse im Fach NMG und legte den Schwerpunkt auf die nonverbale Kommunikation (Gestik, Mimik). Dabei berücksichtigte sie zwei Ziele des Lehrplans 21: Freundschaft, Beziehungen sowie Situationen und Handlungen hinterfragen. Zuerst präsentierte Anna Hofmann den Schüler*innen, was Emotionen sind und wie man diese ausdrücken könnte. Dann bekam jedes Kind eine Karte, auf der eine Emotion stand. Vor der Klasse spielten sie diese vor und die anderen Kinder versuchten sie zu erraten.

    Die Unterrichtseinheit hat in der Klasse sehr gut funktioniert. Die Schüler*innen waren sehr aufmerksam und motiviert, mehr über Emotionen zu lernen. Besonders eine Schülerin, die nicht so gut Deutsch spricht, lernte durch die Unterrichtseinheit ihre Mitschüler*innen besser zu verstehen.

    Lucius Mainberger: Geschichten im Unterricht – mehr als Unterhaltung

    Lucius Mainberger hat eine Fachmaturaarbeit mit dem Titel «Der Einfluss von Lernmethoden auf die Merkfähigkeit: Praktische Anwendung eines Koffertheaters» geschrieben und die Ergebnisse im Rahmen des FMS-Tags präsentiert. Die zentrale Fragestellung lautete: Warum erzählen Menschen Geschichten und wie beeinflusst dies das Erleben von Kindern im Unterricht

    Lucius untersuchte, ob das Erzählen von Geschichten die Merkfähigkeit und Aufmerksamkeit von Kindern verbessern kann. Er setzte sein Projekt mit einer Schulklasse um, welche er in zwei Gruppen aufgeteilt hatte: Eine Gruppe hörte eine Geschichte, die andere diente als Kontrollgruppe. Anschliessend setzten sich die Kinder schriftlich oder mündlich mit der Frage auseinander, was Mut für sie bedeutet. Ziel war es herauszufinden, wie Geschichten das Verständnis fördern und emotionale Bindungen stärken können.

    Lucius berichtete, dass Geschichten den Kindern helfen, sich besser in andere hineinzuversetzen, ihre sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern und schwierige Konzepte zu verstehen. Die neurologische Grundlage dafür liegt in der Fähigkeit des Gehirns, durch Geschichten starke Verbindungen zwischen neuem und bereits vorhandenem Wissen herzustellen. 

    Lucius zog eine gemischte Bilanz. Er betonte, dass Geschichten im Unterricht ein gutes Mittel seien, um emotionale Beteiligung zu fördern und komplexe Inhalte greifbar zu machen. Geschichten allein funktionierten aber nicht. Sie müssten durch zusätzliche Lehrmethoden unterstützt werden, um klare Lernziele zu erreichen. Seine Erfahrung zeigt, dass das Erzählen von Geschichten einen positiven Einfluss auf die Erfahrungen der Kinder und ihre Lernprozesse hat. 

    Claudia Weibel: Fast lane reader

    Am 20.11.2024 durften wir zur Fachmaturaarbeitspräsentation von Claudia Weibel hat eine Fachmaturaarbeit mit dem Titel «Fast lane reader» geschrieben und am FMS-Tag von ihren Erfahrungen bei der schulischen Umsetzung berichtet.

    In ihrer Facharbeit hatte Claudia ein Spiel für Vorschulkinder mit Lese-Rechtschreibschwäche entwickelt. In ihrer Fachmaturaarbeit testete sie dieses Spiel in einem Kindergarten in Galgenen mit Kindern. Dafür hatte sie sprachlich formulierte Aufgaben in Symbole übersetzen müssen. Claudia zog zum Schluss eine positive Bilanz und versicherte, dass sie das Spiel in Zukunft auch selber verwenden werde. Ihr hat sehr gefallen, mit den Kindern zusammen zu arbeiten, obwohl diese nicht immer voll konzentriert bei der Sache waren. 

    Sofia Kaiser-Tivendale: How veganism impacts the environment an how to teach this to children

    In ihrer Fachmaturaarbeitspräsentation Sofia Kaiser-Tivendale eindrucksvoll gezeigt, wie man Jugendlichen das vegane Kochen näherbringen kann.

    Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung mit vegetarischer Ernährung und ihrem wachsenden Interesse am Veganismus entwickelte sie zwei zentrale Projekte: eine Unterrichtseinheit und ein Kochbuch.

    Die Unterrichtseinheit zielte darauf ab, Jugendliche über die kulturellen, klimatischen und ernährungsbedingten Aspekte des Veganismus aufzuklären. Neben theoretischen Inhalten umfasst sie auch praktische Kochstunden, in denen die Jugendlichen die Zubereitung veganer Gerichte erlernen. Besonders beeindruckend war zu sehen, wie die Teilnehmenden aktiv in den Kochprozess eingebunden wurden und dabei nicht nur kulinarische Fähigkeiten, sondern auch ein Bewusstsein für nachhaltige Ernährungsweisen entwickelten.

    Das vorgestellte Kochbuch enthält sieben traditionelle Gerichte aus verschiedenen Kulturen, die von Sofia Kaiser-Tivendale in vegane Versionen umgewandelt wurden. Jedes Rezept wird durch kulturelle Hintergrundinformationen ergänzt, was den Jugendlichen einen tieferen Einblick in die Vielfalt der veganen Küche ermöglicht. Die Präsentation dieser Gerichte machte deutlich, wie einfach es sein kann, pflanzliche Alternativen in den Alltag zu integrieren.

    Insgesamt vermittelte die Präsentation ein klares Bild davon, wie durch gezielte Bildungsangebote und praktische Erfahrungen Jugendlichen der Zugang zum veganen Kochen erleichtert werden kann. Die Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Anwendung scheint ein effektiver Ansatz zu sein, um nachhaltige Ernährungsgewohnheiten bei jungen Menschen zu fördern.

    Shania Schwyter: Friedrich Wilhelm II. für Primarschüler*innen

    Shania Schwyter hat sich in ihrer Fachmaturarbeit mit dem Thema «Gefahren der Medien am Beispiel Kaiser Wilhelm II.» beschäftigt und ihre Ergebnisse und Überlegungen im Rahmen des FMS-Tags präsentiert. Dabei legte sie zunächst den Akzent auf das Thema «Gefahren der Medien», welches sie einer zweiten Sekundarschulklasse verständlich und interaktiv näherbringen wollte.

    Die Präsentation begann mit einer Einführung in das Thema Medien: Was sind Medien, was sind ihre positiven und negativen Seiten? Danach wurde das Thema anhand des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. vertieft. Kaiser Wilhelm II. wurde dabei als Beispiel für die gezielte Nutzung von Fakenews dargestellt, um öffentliche Meinungen zu manipulieren und politische Ziele zu verfolgen.

    In der Reflexion hob Shania hervor, dass der Unterricht in vielen Bereichen gut funktionierte. Die Technik lief problemlos, und die Schüler*innen waren motiviert und kreativ bei der Gruppenarbeit. Dennoch stellte sie fest, dass die Zeitplanung eine Herausforderung war. 45 Minuten reichten nicht aus, um alle geplanten Inhalte zu behandeln. Zudem hatte es sich als schwierig erwiesen, die Lektion auf das Vorwissen der Schüler*innen abzustimmen.

    Maureen Jeanneret: Eine Tanzchoreografie für Schüler*innen

    Zu einer selbst erstellten Choreografie mit Kindern tanzen. Damit hat sich Maureen Jeanneret in ihrer Fachmaturarbeit auseinandergesetzt. Ihre Ziele waren es, eine Choreografie zu erstellen, welche für Viertklässler geeignet ist und dabei den Lehrplan 21 berücksichtigt. Maureen wollte, dass die Kinder etwas Neues lernen und Spass daran haben. 

    Bevor sie mit den Kindern zusammenarbeiten konnte, musste Maureen vorbereiten, planen und organisieren. Zuerst hat sie sich Elemente überlegt, welche sie in den Tanz einbringen möchte. Sie hat sich für das Lied «Wer, wenn nicht wir» von Wincent Weiss für die Choreografie entschieden. Das hat sie nach einigen Bedingungen ausgewählt: Es sollte Deutsch sein, einen guten Rhythmus und Groove haben sowie kinderfreundlich sein.

    Innerhalb von drei Unterrichtseinheiten in einer vierten Klasse in Einsiedeln hat Maureen mit den Kindern zusammengearbeitet und ihnen Schritt für Schritt die Choreografie beigebracht. Die einzelnen Teile hat sie in verschiedenen Lektionen beigebracht und zwischen den Lektionen Änderungen vorgenommen, wenn die Schritte zu kompliziert waren. Maureen war es wichtig, dass sich die Kinder wohl fühlen. In der dritten Stunde haben die SchülerInnen erfolgreich die Choreografie getanzt. Die Kinder waren stets sehr motiviert und haben immer gut mitgemacht, Maureen war sehr zufrieden mit der Klasse. Maureen hat alle ihre Ziele erreicht, sie hat die Ziele des Lehrplan 21 eingehalten und eine geeignete Choreografie für Viertklässler erstellt, die ihr sehr gelungen ist.  

    Seraina Greuter: Welche Menschenrechte wurden an der Fussball-WM 2022 in Katar aus europäischer Sicht verletzt?

    Das Thema der Präsentation war die Frage: «Welche Menschenrechte wurden an der WM 2022 in Katar aus europäischer Sicht verletzt?» Die Referentin, Seraina Greuter, hatte das Ziel, ihre pädagogischen Fähigkeiten zu erproben und das Thema im Unterricht zu behandeln. Dabei orientierte sie sich am Zürcher Lehrplan 21. 

    Das Projekt setzte sie in der 2. Sek B in Wädenswil um, obwohl sie ursprünglich eine 4. Primarklasse besuchen wollte. Die Lehrerin dieser Klasse hielt das Thema jedoch für zu komplex für das Alter. Um den Schüler*innen der Sek B den Zugang zum Thema zu erleichtern, nutzte die Referentin verschiedene Lernmethoden, darunter Mindmaps, PowerPoint-Präsentationen und Arbeitsblätter. Auch Diskussionen wurden angeregt, bei denen ein Mädchen ihre Erfahrungen mit Menschenrechtsverletzungen teilte. Für die Planung holte sich die Referentin Rückmeldungen von Lehrpersonen, ihrer Familie und Freunden ein. Während des Unterrichts betonte sie die Bedeutung von Pausen und Bewegung. Die Lehrerin der Klasse kündigte an, als nächstes das Thema «Kinderrechte» zu behandeln. 

    Die Referentin beschrieb die Doppellektion als einen wichtigen Meilenstein auf ihrem Weg zur Lehrerin und fühlte sich in ihrer Berufswahl bestätigt. Gleichzeitig erkannte sie, wie wichtig es ist, die individuellen Bedürfnisse und Voraussetzungen der Schülerinnen zu berücksichtigen, insbesondere in einer Sek B-Klasse. Sie stellte fest, dass ein Vertrauensverhältnis zu den Schülerinnen hilfreich gewesen wäre, um persönlichere Gespräche zu ermöglichen. Trotz technischer Schwierigkeiten und einiger Herausforderungen gelang es ihr, das Interesse der Klasse zu wecken und die Lernziele weitgehend zu erreichen. Besonders freute sie sich über das Engagement der Schüler*innen und deren Fähigkeit, die Inhalte im Alltag anzuwenden. 

    Leonie Gadliger: Wie fördert Musik die Aufnahme von Wissen bei Kindern?

    Wie kann Musik das Wissen von Kindern fördern? Von dieser Frage ist Leonie Gadliger bei ihrem Fachmaturaarbeits-Projekt ausgegangen? Sie hat im Internet recherchiert und ist auf eine Studie aus England gestossen. Diese kam zu dem Ergebnis, dass Menschen, die ein Instrument gespielt haben, ein leistungsfähigeres Gehirn haben.  Das hat Leonie auf die Idee gebracht, ein Lied zu komponieren und es von Kindern einüben zu lassen.

    Eine 4. Klasse der Schule Uznach sang eine Woche lang täglich das von Leonie selbst komponierte Merk Lied. In dem Lied geht es um Instrumentenkunde, die den Schülern vermittelt werden soll. So wurde dieses Lied als Lernstrategie eingesetzt. Das Lied wurde auf Schweizerdeutsch geschrieben, da es Leonie leichter fiel, ein solches Lied zu schreiben. Sie hat für das Lied nur 5-6 Töne verwendet. Am Anfang und am Ende der Woche mussten die Kinder das gleiche Arbeitsblatt ausfüllen. Leonie hat dann verglichen, ob sich das Wissen der Schüler über die Instrumentenkunde verbessert hat. 

    Eine Schwierigkeit, die sie hatte, war, dass es schwierig war, das Tempo zu bestimmen. Auf dem Klavier war es zu langsam, also hat sie es auf der Gitarre gemacht. 

    Bei der Auswertung der Arbeitsblätter hat sie verglichen, wie viele Punkte die Schüler mehr gemacht haben. Wenn es 4 Punkte mehr waren als am Anfang, hat sie ihr Ziel erreicht. Viele haben dieses Ziel erreicht. Es gab eine deutliche Leistungssteigerung. Leonie betonte aber auch, dass man beachten muss, dass jedes Kind anders lernt und manche mehr Schwierigkeiten haben als andere.  

    In ihrem Fazit erwähnt sie auch, dass Wiederholungen Informationen verankern. Durch Rhythmus und Melodien wird das Gehirn angeregt Informationen strukturiert zu verarbeiten. Durch die Verknüpfung mit Emotionen lernt man auch viel besser. Die Kinder, die motiviert mitgesungen haben, haben am Ende der Woche viel besser abgeschnitten als die Kinder, die nicht so mitgesungen haben.  

    Annica Schubiger: Der Weg der Sterne in die Schulbücher

    Kann man Kinder für Astronomie begeistern? Von dieser Frage hat sich Annica Schubiger bei der Wahl ihres Fachmaturaarbeitsthemas leiten lassen. In ihrer Facharbeit war es darum gegangen, wie man mit einer Kamera gute Fotos von Sternen machen kann. 

    Nun hat sie darauf aufgebaut.  Zu diesem Thema plante Annica zwei Unterrichtsstunden in einer sechsten Klasse. Die Planung der Lektionen war jedoch schwierig, da dazu nicht viel im Lehrplan 21 steht.  In der ersten Stunde ging es um die Bewegung der Himmelskörper sowie die verschiedenen Himmelskörper an sich und ihre Umlaufzeiten. Annica machte in der ersten Lektion eine kleine Kennenlernrunde gemacht und formulierte dann ihre Erwartungen an die Schüler*innen. Ausserdem überprüfte Annica das Vorwissen der Kinder. Die folgenden Input sie mit Arbeitsblättern, welche Lückentexte und offene Fragen enthielten.

    Die zweite Doppelstunde stand im Zeichen der Sonnen- und Mondfinsternis. Zur Mondfinsternis hat sie noch eine praktische Aufgabe gemacht. Sie hat Bälle und eine Taschenlampe genommen, dann hat sie sich ein paar Kinder ausgesucht, die richtig stehen müssen, um eine Mondfinsternis nachzuahmen. Auf diese Weise demonstrierte sie auch den Normalfall. So konnten sich die Kinder das räumlich besser vorstellen. Zum Schluss zeigte sie noch ein Erklärvideo, welches das ganze Thema nochmal zusammenfasst und danach gab es eine grosse Fragerunde. Aus den vielen Fragen schloss Annica, dass das Thema auf Interesse gestossen sei. Auch erhielt sie sehr positive Rückmeldungen, was sie in ihrer Berufswahl weiter bestärkte.

    Newa Keller/Ida Kosmalla: Auswirkung von Musik auf die menschliche Psyche

    Ida und Newa besuchten eine 3. Primarklasse mit Kindern im Alter von 8–9 Jahren. Sie wissen, dass diese Kinder eine Konzentrationsspanne von maximal 18 Minuten haben. Zweimal ihr Alter ergibt die Anzahl Minuten, die sie sich am Stück konzentrieren können. Daher wollten sie ein bewegtes Singspiel mit den Kindern einstudieren, dass sie während des Unterrichts als kleine Auflockerung nutzen können. Dabei entschieden sie sich für «Mein Hut, der hat drei Ecken». Bei der Wahl des Liedes achteten sie darauf, dass möglichst viele der grundlegenden koordinativen Fähigkeiten gefördert werden. 

    Sie mussten das Lied aufteilen, um den Kindern das Lernen zu erleichtern. Die Kinder lernten jedoch schneller als gedacht und waren sehr motiviert, sodass sie am Ende der Lektion sogar noch Zeit übrig hatten, die die Kinder mit eigenen Ideen und Vorstellungen füllen konnten. 

    Nuria Haufler: Wie hat das Staatssystem in der DDR die Jugend indoktriniert?

    Nuria Haufler hat sich in ihrem FMP-Projekt mit der Frage auseinandergesetzt, wie das Staatssystem in der DDR die Jugend indoktriniert hat. Ihre Erkenntnisse hat sie Schüler*innen einer Oberstufenklasse näherzubringen versucht.

    Zuerst hat sie geschaut, wie viel die Schülerinnen und Schüler schon über das Thema wissen. Dann hat sie wichtige Begriffe geklärt, damit die Schüler später den Inhalt der Stunde besser verstehen. Sie hat ein Video mit Basis-Informationen gezeigt. Die Kinder mussten dann selbst mit dem Video arbeiten und Sachen heraussuchen. Am Ende hat sie die Lösungen mit der ganzen Klasse besprochen.

    Nuria hat das Projekt sehr viel Spass gemacht, obwohl sie beruflich in eine andere Richtung gehen möchte. Sie war erstaunt, wie viel die Schüler schon über das Thema wussten. Nuria hat sich gefreut, dass die ganze Klasse so gut mitgearbeitet hat. Das einzige, was sie schwierig fand, war das Zeitmanagement.

    Werden wir Menschen bald durch intelligente Maschinen ersetzt? Braucht es in Zukunft noch Lehrer*innen? Was werden wir in Zukunft lernen? Was unterscheidet den Menschen von der Maschine? Diese Fragen beschäftigen nicht wenige von uns täglich, seit es möglich ist, schulische Aufgaben und alltägliche Routineaufgaben mit KI-Werkzeugen zu bewältigen. Diesem Thema widmete die Kantonsschule Ausserschwyz den Vormittag ihres FMS-Tages und lud dazu Nils Landolt ein. Landolt ist einer breiteren Öffentlichkeit als Gründer des Lernhauses «Sole» in Mollis/GL und als Bildungspolitiker bekannt. Der SRF-Dokumentarfilm «Bildung im Wandel-Lehrer will Schule auf den Kopf stellen» stellte ihn als Schulreformer und Vorkämpfer für die finanzielle Gleichstellung der Privatschulen vor.

    Ein (Sc-)helm, der sich dabei was denkt… auf Augenhöhe mit KI-Robotern im Schulzimmer des Jahres 2025?

    In seinem rund 45-minütigen Vortrag vor den Schüler*innen und Lehrer*innen der FMS zeigte er die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre auf und wagte teilweise kühne Zukunftsprognosen: Was digitalisiert und automatisiert werden kann, wird digitalisiert und automatisiert mit dem Ziel einer möglichst umfassenden Kontrolle. Zudem werden die Angebote immer niedrigschwelliger und dringen weiter in Bereiche vor, die bisher dem Menschen vorbehalten waren.

    Für den Arbeitsmarkt bedeute dies, so Nils Landolt, dass mehrere Berufswechsel während des Erwerbslebens und lebenslanges Lernen zur Norm werden. Diese Fragen wurden zwei Tage nach der Veranstaltung in der Arena-Sendung von SRF aufgegriffen und vertieft. Bei seinen Einschätzungen, was dies für die Schule bedeuten könnte, bezieht sich Nils Landolt auf den US-amerikanischen Psychologen und Neurowissenschaftler Peter Gray: Lernen liegt demnach zunehmend in der Verantwortung der Lernenden, was nicht nur für jüngere Schüler*innen eine gewaltige Herausforderung sein wird. Auch die klassische Leistungsbeurteilung wird in einer durch und durch digitalisierten Umwelt immer problematischer. Während in der Volksschule bereits vielerorts auf Noten verzichtet wird, birgt Nils Landolts Plädoyer für altersgemischte Klassen und eine Gleichbehandlung von privaten und öffentlichen Bildungsanbietern mehr Kontroversenpotenzial. Was bei allen Meinungsverschiedenheiten und unterschiedlichen Denkstilen bleibt, ist Nils Landolts Appell, Veränderungen nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Chance zu begreifen.

    Eine erste Chance, über die Veränderungen nachzudenken, haben die Schüler*innen und Lehrer*innen im zweiten Teil des Vormittags wahrgenommen. Moderiert von Schüler*innen der FM3 haben mehrere Barcamps stattgefunden. Die eingangs gestellte Frage, wo der Mensch bleibt, wurde in den Diskussionsrunden beantwortet: im Austausch mit anderen Menschen, in der persönlichen Begegnung. Wie schon Rektor Martin von Ostheim in seinen einleitenden Worten bemerkte: Menschen kann man nicht simulieren, Menschsein kann man nur realisieren.

    Eine Woche nach dem FMS-Tag waren die Schüler*innen der Klassen FM2 und FM3 aufgerufen, ihre Gedanken in Sprachmitteilungen zu fassen. Ihnen gebührt das letzte Wort.

    Soll man Schüler*innen wirklich nicht zu ihrem Glück zwingen?

    Plädoyer für Vertiefung und gegen Noten

    Staunen über die neuen Möglichkeiten mit KI

    Lehrer bleiben trotz KI wichtig

    Schöne neue KI-Welt?

    Noten sind nicht alles

    Ist radikal der richtige Weg?

    Würden wir ohne Noten lernen?

    Ein Plädoyer für freie Schulwahl

    Verantwortung übernehmen als pädagogische Herausforderung

    Wie gelingt den Schüler*innen nach der Einstieg ins Arbeitsleben?

    Schule ohne Noten als positive Perspektive

    Plädoyer für Chancengleichheit beim Zugang zu allen Schulen

    Wie können wir KI sinnvoll und kritisch nutzen?

    Am Nachmittag haben die Fachmaturand*innen von ihren Projekten und Erfahrungen berichtet. Die FMS-ler*innen nahmen an den Präsentationen teil, berichteten, stellten Nachfragen und fotografierten.

    Im Einsiedler Welttheater 2024 erhält Emanuela, das ungeborene Kind, seine eigene Welt, auf der es seine Rolle spielen kann. Die Klasse S3/S4f überlegt, in was für einem Kosmos die Emanuelas dieser Erde leben sollen.

    Das Welttheater fand dieses Jahr nur statt, weil Emanuela spielen wollte: „Ich wott!“ Dreimal sagt sie es und trotzt damit allen Widerständen der alten Figuren, die abwinken. Da erschafft der Autor ihr und ihrem Freund Pablo eine Welt: »Jetz bechunsch dini Wält!»

    Eine Welt für künftige Menschen, auch für uns selbst! Wie soll sie aussehen? Wie leben wir zusammen in ihr, mit ihr? Und wie kommen wir dahin? – Utopien von Thomas Morus bis John LennonImagine! –  waren also unser Thema im Deutschunterricht der Klasse S3f/S4f. Denn Emanuelas Spieldrang und Lebenswille darf doch nicht vorzeitig an den bekannten Krisen- und Katastrophenszenarien scheitern.

    Deshalb entwickelten wir spielerisch Phantasien eines guten Lebens: Wir dachten und erzählten nach vorne, ins Offene. Wir antizipierten das Gelingen des Wandels. Er kommt. Ob wir ihn aktiv gestalten oder passiv erleiden.

    Geben wir doch lieber selbst Schubumkehr!

    Lassen Sie sich von der Energie in diesen Texten anstecken!

    Adrian Schnetzer, Deutschlehrer der Klasse S3f/S4f

    Die Schüler*innen der FM2 haben nach den Frühjahrsferien eine Woche in Kindergärten und Primarschulen der Region verbracht und dort ihr Orientierungspraktikum absolviert. Die Schüler*innen haben zum Teil selber unterrichtet, korrigiert, an Sitzungen teilgenommen, Pausenaufsicht übernommen und so erste praxisnahe Einblicke in ihre künftigen beruflichen Tätigkeitsbereiche gewonnen. Viele fühlen sich auf ihrem Weg bestärkt, einige zögern und andere wissen jetzt umso mehr, dass sie sich anders orientieren wollen. Am Mittwochvormittag haben die Schüler*innen der FM1 ihre älteren Kolleg*innen besucht und ihre Eindrücke in Reportagen gefasst. Für einige waren es Fremderfahrungen, andere hegten nostalgische Gefühle und trafen auf ihre ehemaligen Lehrpersonen. Etliche zeigten sich erstaunt darüber, wie viel sich in den vertrauten Gemäuern verändert hat.

    Nina wundert sich darüber, dass Stühle die Konzentration im Matheunterricht steigern können.

    Jana findet das Schulzimmer nach längerem Suchen.

    Rahel erfährt, dass man sich einen Text besser merken kann, wenn man ihn in Symbole übersetzt.

    Kim besucht eine spielerische Mathematikstunde, in der mit Bechern Volumen gemessen werden.

    Janina lernt kreative Aufträge kennen, die Schüler*innen das genaue Lesen vermitteln sollen.

    Vivienne, Alea, Elissa und Ilija besuchten Klassen, welche sich auf das Einsiedler Welttheater vorbereiteten.

    Cedric schnuppert stechende Schulhausluft

    Olivia spielt Hexenfangis im Kindergarten

    Aurelio begegnet Zufall und Wahrscheinlichkeit in einer dritten Klasse.

    Loris war in der gleichen Klasse und beobachtet das Teamteaching.

    Finja fühlte sich in ihre Kindheit zurückversetzt.

    Luana besucht ihren früheren Kindergarten.

    Liv entdeckt eine Zeichnung aus ihrer Primarschulzeit.

    Marvin ist überzeugt davon, dass sportlicher Ausgleich die Konzentrationsfähigkeit steigert

    Monia besucht eine zweite Klasse und macht sich Gedanken zum Lehrer*innenmangel.

    Levi könnte sich jetzt auch vorstellen, eine dritte Klasse zu unterrichten.

    Mailin nimmt das schüler*innenzentrierte Lernen unter die Lupe.

    Liliana findet beim Besuch einer ersten Klasse ihr inneres Kind wieder.

    Die Klassen S3d, S2F und FM1 haben in der Zeit des Lockdowns ihre Erfahrungen mit dem neuen Alltag in Form von Essays reflektiert. Daraus ist ein Ebook entstanden, welches hier nochmals veröffentlicht werden sollen